Zu meiner Person

Tiere haben in meinem Leben schon immer einen wichtigen Platz eingenommen. Als Kind liebte ich es, mit ihnen Zeit zu verbringen ohne einen Anspruch an sie zu stellen. Ich wollte ihre Freundin sein und zeigte Interesse an den Dingen, die dem Tier wichtig waren. Mein Umgang war geprägt von Verantwortung, Respekt und ehrlichem Interesse am Wesen der Tiere.

Die Erwachsenenwelt forderte von mir ein Umdenken, denn Leistung wurde nun gross geschrieben, besonders im Umgang mit Hunden. Es ist die Gesellschaft, welche die Anforderung hat, alles, was man im öffentlichen Gelände bewegt, unter Kontrolle zu halten hat. Ich probierte an meinem Hund Methoden aus, die ihn rasch funktionstüchtig machten, damit ich mit ihm nach aussen ein gutes Bild abgab.  Wie es dabei meinem Hund ging, war wenig wichtig. Seine Frustration war aber spürbar und das färbte sich auch auf mich ab.

Durch Zwang, Unterordnung und auch Bestechung wollte ich meinem Hund nicht länger meinen eigenen Willen aufzwingen. Unser Umgang sollte auf Vertrauen, Verständigung und freiwilliger Kooperationsbereitschaft basieren. Ich wollte von Hundefachleuten lernen, die mir mehr über das Wesen der Hunde beibringen konnten.

Ich liess mich von Jan Nijboer als Natural-Dogmanship-Instruktorin (lizenziert von 2004 – 2011) ausbilden und lernte dabei sehr viel über Jagdgeschick und das territoriale Sicherheitsbedürfnis von Hunden. Mit meiner zu vier Hunden angewachsenen Hundegruppe wurde ich nun hautnah mit dem Sozialverhalten der Tiere konfrontiert. Die Beobachtungen von Karl Werner in Sachen Rudelorganisation haben mir viele neue Erkenntnisse darüber ermöglicht und mich inspiriert, diese in meine Arbeit mit Hunden einfliessen zu lassen.

 

 

Meine Hunde 

Amigo ist unser Senior, ein urtypischer Cirneco dell’Etna. 
Amigo lässt mich spüren, dass sich seine Welt nicht nur um mich dreht. Sehr konsequent und pflichtbewusst geht er seiner Bestimmung nach. Das ist die Geländesicherheit und sein Beitrag, sein Rudel vor Gefahren zu warnen und zu schützen. Seine Ignoranz, die so wirkt, als hätte er ganze Tomatenbüsche in den Ohren und würde nichts von seiner Aussenwelt mitbekommen, täuscht. Amigo ist eine respektierte Persönlichkeit, die von sich aus viel Autorität und Verantwortungsbewusstsein ausstrahlt. Amigo erziehen zu wollen, muss für ihn, wie blanker Hohn wirken, entsprechend ist seine Reaktion auf meine häufig sinnlosen Aufforderungen, gehorsam zu sein. Er ist mit so viel Ernsthaftigkeit und Ordnungssinn ausgestattet, dass er mir zeigt, was Disziplin bedeutet und nicht umgekehrt.

 

Enya, Langhaar-Whippet.
Enya ist eine sehr treue Freundin, die einem nicht von der Seite weicht und aufpasst, dass man nicht in Bedrängnis gerät. Sie hat ein feines Gespür, zu erkennen, wenn Artgenossen von harmlosen Gesprächen in zunehmende Ernsthaftigkeit kippen und eine friedliche Einigung nicht möglich ist. Sie bringt sich dann schlichtend ein, um die Streithähne zur Mässigung zu ermahnen. Enya ist eine leidenschaftliche Jägerin. Bevor sie sich allerdings verselbständigt, meldet sie ihr Interesse am Wild durch einen Blicketausch an, sodass man sie ermahnen kann, es sein zu lassen. Dafür liebt sie es, wenn sie gelegentlich einen Futterbeutel suchen darf oder ihr Hetzgeschick beim Spiel mit der Reizangel unter Beweis stellen kann. Enya hilft mir in der Hundeschule bei der Welpenförderung. Besonders die wenig Wochen alten potenziellen Leithunde haben es ihr angetan. Sie begegnet ihnen durchwegs mit sehr viel Achtung und demonstriert ihnen, dass sie ein verlässlicher, weiblicher Bodyguard ist, auf den man sich verlassen kann.

 

Tim, Whippet.
Tim ist ebenfalls ein sehr treuer Kamerad. Er ist unser Sanitäter, der jede Schwäche sofort aufdeckt, indem er Provoziert und damit erreicht, dass alle in der Gruppe bemüht sind, die Ordnung rasch wieder herzustellen. So ein Schelm ist wichtig, damit die Gruppe an sich wachsen kann. Einmal ausser Gefecht gesetzt, ist er die Liebe in Person, die kein Wässerchen trüben kann. 

 

Die unterschiedlichen Persönlichkeiten meiner Hunde, sind kein Zufall. Jede Persönlichkeit hat die Gabe, einen Aufgabenbereich im Rudel abzudecken. Als Mensch kann ich von meinen Hunden nur dann als Ruderkamerad respektiert werden, wenn ich mein Verhalten den Persönlichkeiten entsprechend anpasse und damit auf die Kooperationsbereitschaft eines jeden einzelnen rechnen kann.

 

Dundee, Kurzhaarcollie.

Er ist der Jüngste und bereichert das Rudel mit seinen sozial ausgerichteten Aktionen. Sein Fokus liegt im Zusammenhalt der Gruppe. Er verfügt über einen ausgeprägten Ordnungssinn und schafft es bereits im Welpenalter, sich durch seinen Fleiss und hartnäckigen Einsatz, bei den anderen Respekt zu verschaffen.